KriensNatur auf Schlangenexpedition

KriensNatur auf Schlangenexpedition 10. Juli 2021

Nach ein paar Regentagen hatten wir am Samstag, 10. Juli ideale Wetter Bedingungen, um viele Schlangen sehen zu können. Es dauerte denn auch kaum eine Minute, bis unser Herpe-tologe, Urs Jost, die erste Schlange zeigen konnte. Die insgesamt 15 Teilnehmer haben dann bis zum Mittag alle am Lopper vorkommenden Arten entdecken können:  Die schön gezeichnete Barrenringelnatter, die wasserliebende Würfelnatter, welche eigentlich im Tessin heimisch ist, die giftige Aspisviper und gegen Mittag noch eine Schlingnatter. Zusätzlich fanden wir auch eine Blindschleiche, eine Smaragdeisechse und als grosse Seltenheit einen Alpenbock. Er gilt als Schönheitskönig unter den einheimischen Käfern. Er ist nicht nur eine Schönheit, sondern auch eine Rarität. Entsprechend gross war die Freude, ihn an diesem Tag entdeckt zu haben.

Bericht und Fotos von Robert Sticher und Guido Huser ©

 

Jahresübersicht: Durchgeführte Anlässe

Übersicht

2021

  • Schlangen-Expedition am Lopper
  • Schleiereulen-Beringung
  • Auf den Spuren der Glögglifrösche
  • Bergvogel-Exkursion in UNESCO Biosphäre, Entlebuch
  • Frühlingsgezwitscher in Krienser Parklandschaft

2020

  • Erster Arbeitseinsatz zur Förderung der Wiesel
  • EuroBirdWatch anfangs Oktober
  • Wiesel am Sonnenberg
  • Zauneidechsenförderung in Kriens
  • Sonderreservat Auerhuhn im Krienser Hochwald
  • Verschiedene Veranstaltungen wurden wegen dem Coronavirus abgesagt
  • 1. Generalversammlung
  • Zweiter Arbeitseinsatz für Zauneidechsen

2019

  • Euro-Bird-Watch auf dem Sonnenberg
  • Mosten und Imbiss für unsere Mitglieder
  • Falteranlass – Welt der Schmetterlinge
  • Schnecken entdecken
  • Bergvogelexkursion am Pilatus
  • Arbeitseinsatz für Zauneidechsen
  • Vögel im Frühling, Pilatus-Weekend
  • Spuren im Schnee
  • Wintergäste auf dem Rotsee

2018

  • Eisvogel & Co. im Alpnacher Ried
  • Euro Birdwatch auf dem Sonnenberg
  • Abendspaziergang Spinnen in Kriens
  • Herbstzug: Vogelrastplatz Wauwilermoos
  • Gründungsversammlung 31. August

Schleiereulen-Beringung

Schleiereulen-Beringung 10. Juni 2021

Dieser Anlass war ein ganz besonderer. An einem schönen Juni-Abend konnten Mitglieder miterleben, wie Schleiereulen beringt werden. Schleiereulen sind für die Landwirte sehr nützlich, da sie täglich mehrere Mäuse vertilgen und damit die Mäusepopulation in Grenzen halten.

In einer kleinen Scheune in der Umgebung von Gisikon sind vor einigen Wochen vier Schleiereulen geschlüpft, die nun beringt werden konnten. Eine Prozedur, die junge Eulen und andere Vögel durchmachen müssen, um bei einem Fund ihre Herkunft feststellen zu können.

Die jungen Schleiereulen werden aus der Nisthilfe (Kisten an Scheunen-Aussenfassade) geholt, in einem Sack nach unten gebracht, ausgemessen und beringt, um sie dann wieder in ihre Kiste (kein Nest) zu legen. Und dieses Prozedere hat sicher jeder Anwesende gut mitbekommen. Einem kaum je gesehenen, nachtaktiven Vogel so nahe zu sein, war einfach ganz besonders.

Fotos Guido Huser ©

 

Auf den Spuren der Glögglifrösche – Abendanlass 4. Juni

Auf den Spuren der Glögglifrösche – Abendanlass 4. Juni 2021

Bei einem Abendexkursion lauschten rund 20 Personen zuerst den Einführungen von Hansruedi Wüest. Dann setzen wir uns einfach in den Schlossgarten und haben in Stille auf das Glockenspiel der kleinen Geburtshelferkröten gewartet.

Auch wenn man ihren glockenähnlichen Ruf «düü düü düü»ist kennt, ist es kaum möglich die Glögglifrösche zu sehen, da sie fast ausschliesslich in kleinsten Zwischenräumen von Trockenmauern oder unter Steinen leben. Der Ruf ertönt zuerst in langen Abständen, um dann immer intensiver zu werden. Rufen mehrere Männchen gleichzeitig in jeweils leicht unterschiedlichen Tonhöhen, erinnert der Klang an ein Glockenspiel.

Spezielles zu Fortpflanzung: Männchen der 3,5–5 cm kleinen Geburtshelferkröte wickeln sich die Laichschnüre um ihre Hinterbeine. Wenn die Eier ‘reif’ sind, bringt das Männchen sie zum Wasser, wo die Larven (Kaulquappen) schlüpfen und sich die kleinen Frösche entwickeln.

Anlass im Entlebuch

Bergvogel-Exkursion in UNESCO Biosphäre, Entlebuch 16. Mai 2021

KriensNatur in der UNESCO Biosphäre Entlebuch: Obwohl die 15 Teilnehmer der heutigen Exkursion ins Entlebuch vom Wetter gar nicht verwöhnt waren, wurden sie für ihre Strapazen durch die Beobachtung des eher seltenen Braunkehlchens und vor allem durch die perfekte Beobachtung eines besetzten Adlerhorstes und eines nahe auf einem Baum sitzenden Adlermännchens belohnt.

Frühlingsgezwitscher in Krienser Parklandschaft

Frühlingsgezwitscher in Krienser Parklandschaft  – April 2021

An einem so nasskalten Sonntagmorgen, wie am 18. April 21, wären wahrscheinlich einige lieber im Bett geblieben als früh aufzustehen. Trotzdem haben sich 11 Mitglieder von KriensNatur, unter der kundigen Führung von Jules Krummenacher, auf die Suche nach den gefiederten Frühlingsboten in der Krienser Parklandschaft gemacht. Bereits im Bellpark konnten wir 16 Arten hören und sehen. Beim anschliessenden Spaziergang durch den Friedhof Anderallmend und zum Parkplatz der Kriensereggbahn kamen noch ein paar weitere dazu, so dass wir schlussendlich eine stattliche Liste von 26 Arten zusammen hatten. Bei Sonnenschein und Insektenflug wäre die Liste sicher noch etwas länger geworden. Trotzdem hat es sich sehr gelohnt, früh aufzustehen und den Sonntagmorgen in der Krienser Parklandschaft zu verbringen.

Kriens bietet für Vögel, wie auch für Insekten und Kleinsäugetiere einen vielseitigen Lebensraum, den wir im Verein KriensNatur beobachten, erleben aber auch schützen und fördern wollen.

Arbeitseinsätze für Wiesel

Erster Arbeitseinsatz für Wiesel – 28. Nov. 2020

Wir haben uns im recht dichten Nebel schlussendlich gefunden. Die Arbeiten fanden bei kalten 3 °C statt. Am Anfang gab es Information über das Wiesel und dessen Sein. Wenn sie nicht auf der Jagd sind, brauchen sie einen sicheren Ort, der ihnen Schutz vor äusseren Einflüssen gibt. Die Wieselburgen, so nennen wir die Asthaufen, die einen Kern mit etwas Stroh haben. Der Kern soll so dicht sein, dass Füchse und Katzen nicht da ran kommen.
In einer dreihundert Meter langen Haselhecke sollen drei Wieselburgen gebaut werden. Die Haselstauden wurden während der Woche durch die Bauern geschnitten. Insgesamt waren 15 Personen an den drei Standorten beteiligt. In jedem Team gab es eine Motorsäge und verschiedene Werkzeuge. Zuerst musste wegen der Hanglage eine fest verankerte Basisfläche geschaffen werden. Dann wurde der Kern erstellt und mit etwas Stroh gefüllt. Darüber wurden Äste angelehnt, die eine Art Tipi bilden. Weitere Äste wurden rund herum dicht eingewoben.
Alle drei Wieselburgen konnten Dank grossem Einsatz von allen fertig gestellt werden. Der erste Arbeitseinsatz am Sonnenberg zum Schutz der Wiesel war um 13 Uhr beendet. Ein Wiesel wurde Mitte 2020 in der Nähe gesichtet. Wir würden uns freuen, sie mal bei den Wieselburgen zu beobachten..

Ganz herzlichen Dank allen Beteiligten. Eine etwas späte Mittagsverpflegung war mehr als verdient.

Vogelbeobachtung

EuroBirdwatch auf dem Sonnenberg – 4. Okt. 2020

Über 150 Personen liessen sich am Sonntag, 4. Oktober bei schönem Wetter vom Vogelzug auf dem Sonnenberg bei Luzern begeistern.

Sie stellten Fragen, warfen einen Blick durch das Fernrohr und informierten sich über dieses spannende Naturphänomen. Die Begeisterung bei den Besuchern, bei diesem schönen Wetter den Vogelzug zu beobachten, war unüberhörbar. Von morgens früh bis 16 Uhr zählten Ornithologinnen und Ornithologen von KriensNatur und von der Ornithologischen Gesellschaft Luzern, OGL die Zugvögel.
Die Organisatoren hatten sich zur genauen Erfassung Hilfe von jungen Profis geholt. Dominik Henseler, Umweltingenieur und Nicola Haltiner, der erst 15 Jahre alte Kantischüler, hören, sehen und erkennen alle Zugvögel mit grosser Sicherheit und Routine. Sie notierten 3527 Vögel in 44 Arten. Am meisten zählten sie Buchfinken (1566), Stare (518) und Mehlschwalben (337). Es waren aber auch ein paar Raritäten dabei, wie zum Beispiel die Heidelerche.
Die Anzahl der beobachteten Zugvögel wird an diesem Wochenende in ganz Europa festgehalten; in der Schweiz an total 55 Beobachtungsposten. In der Rangliste der Anzahl gesehener und gehörter Vögel belegt der Sonnenberg dieses Jahr den 4. Rang. Dies macht deutlich, wie bedeutungsvoll der Vogelzug am Sonnenberg  ist.

Wir freuen uns, auch nächstes Jahr am ersten Oktoberwochenende wieder die Zugvögel auf dem Sonnenberg zu beobachten und zu zählen. Robert Sticher, Präsident

Abendspaziergang Wiesel

Abendspaziergang Wiesel am Sonnenberg – 27. Aug. 2020

Das Interesse am kleinen Raubtier Wiesel war erfreulich gross. Über zwanzig Personen nahmen am Anlass teil.

Eigentlich war ein Abendspaziergang geplant, doch die Zeit bis zum Eindunkeln war so kurz, dass die Veranstaltung auf dem Pausenplatz des Schulhauses Gabeldingen abgehalten wurde. Auch dabei war Smeralda, ein präpariertes Hermelin, welches kürzlich an einer Strasse gefunden wurde.

 

Die Untersuchung am Sonnen-berg mit Spurentunnels fand in diesem Jahr zwischen Mitte Juni und Ende August statt. Was sind Spurentunnels? In der Mitte der Spurentunnels gibt es eine Zone mit Stempelfarbe getränktem Filz. Beim Begehen durch Tiere bleibt Farbe an deren Pfoten, die dann auf den Kartons Spuren hinter-lassen. Diese können dann ausgewertet und einzelnen Tierarten zugeordnet werden.

Mit Infotafeln, Landkarten, Spurenkartons und verschiedenen Tierspuren wurde erklärt, wie und wo die Wiesel leben, wie sie sich fortpflanzen, was sie zum Leben brauchen und anhand welcher Merkmale sie erkannt werden. Was die Bauern freut: Sie fressen 1 – 2 Mäuse pro Tag, was bei einer Wiesel-Familie bis zu 2000 Mäuse pro Jahr bedeuten kann. Sie brauchen verschiedene geschützte Bereiche, wo sie vor anderen Raubtieren wie Vögel, Fuchs oder Katzen sicher sind, und die kleinräumig gut miteinander vernetzt sind.

Gemäss den vorläufigen Auswertungen ist am Sonnenberg ein einziges Hermelin zu erwarten. Ob einzelne Mauswiesel vorkommen, werden detaillierte Spuren-Analysen zeigen. Die Hoffnungen über deren Vorkommen sind allerdings gedämpft.

In den nächsten paar Jahren sollen über den gesamten Südhang des Sonnenberges verteilt Asthaufen erstellt werden, wo die Wiesel ihre Jungen aufziehen können und wo sie gut geschützt sind. Gestartet wird bereits diesen November. Wir haben die Hoffnung, dass viele freiwillige Helfer mittun und die Wiesel wieder zahlreicher werden.   Guido Huser

Funktionierende Zauneidechsenförderung

Funktionierende Zauneidechsenförderung in Kriens – 13. Aug. 2020

Bei mehreren Arbeitseinsätzen haben Mitglieder von KriensNatur für die Förderung und den Schutz der Zauneidechsen in Kriens gearbeitet. Das Ergebnis dieser Arbeiten konnte Robert Sticher anlässlich eines Abendspazierganges am 13. August einem Dutzend Interessierter vorstellen.

Ein grosser Wurzelstocksandhaufen dient den Zauneidechsen als Eiablageplatz und diverse neu angelegte Asttristen sind Versteck und Sonnenplatz zugleich. Wenn die Nacht noch kühl ist und die Tage schon warm, kommen die Echsen vor allem am Morgen an ihre Sonnenplätze, auf dem neuen Wurzelstocksandhaufen an der Zumhofstrasse, um sich an der Sonne aufzuwärmen. Sie sonnen sich bevorzugt auf dem Totholz, welches sich schneller erwärmt als die umliegenden Steine oder der Sand. Andererseits bietet die dichte Vegetation daneben einen guten Schutz vor Fressfeinden und der Sand darunter ideale Bedingungen für die Eiablage. Ein eingezäuntes Trockenbiotop und mehrere sichere Rückzugsflächen in einem privaten Garten unterhalb der Zumhofstrasse bieten in Zukunft weiteren Lebensraum und Schutz.

Für KriensNatur und die Albert Koechlin Stiftung, welche das Projekt finanziert hat, ist es wichtig, die Zauneidechsen zu schützen und zu fördern. Dank diesem Projekt wird ein grosses Zauneidechsenvorkommen in Kriens erhalten, erweitert und besser vernetzt. Es ist zu hoffen, dass trotz der regen Bautätigkeit in der unmittelbaren Umgebung, die Zauneidechsen noch lange eine gesicherte Existenz am Sonnenberg haben werden.

Robert Sticher / Guido Huser