Frühlingsgezwitscher in Krienser Parklandschaft

Frühlingsgezwitscher in Krienser Parklandschaft  – April 2021

An einem so nasskalten Sonntagmorgen, wie am 18. April 21, wären wahrscheinlich einige lieber im Bett geblieben als früh aufzustehen. Trotzdem haben sich 11 Mitglieder von KriensNatur, unter der kundigen Führung von Jules Krummenacher, auf die Suche nach den gefiederten Frühlingsboten in der Krienser Parklandschaft gemacht. Bereits im Bellpark konnten wir 16 Arten hören und sehen. Beim anschliessenden Spaziergang durch den Friedhof Anderallmend und zum Parkplatz der Kriensereggbahn kamen noch ein paar weitere dazu, so dass wir schlussendlich eine stattliche Liste von 26 Arten zusammen hatten. Bei Sonnenschein und Insektenflug wäre die Liste sicher noch etwas länger geworden. Trotzdem hat es sich sehr gelohnt, früh aufzustehen und den Sonntagmorgen in der Krienser Parklandschaft zu verbringen.

Kriens bietet für Vögel, wie auch für Insekten und Kleinsäugetiere einen vielseitigen Lebensraum, den wir im Verein KriensNatur beobachten, erleben aber auch schützen und fördern wollen.

Arbeitseinsätze für Wiesel

Erster Arbeitseinsatz für Wiesel – 28. Nov. 2020

Wir haben uns im recht dichten Nebel schlussendlich gefunden. Die Arbeiten fanden bei kalten 3 °C statt. Am Anfang gab es Information über das Wiesel und dessen Sein. Wenn sie nicht auf der Jagd sind, brauchen sie einen sicheren Ort, der ihnen Schutz vor äusseren Einflüssen gibt. Die Wieselburgen, so nennen wir die Asthaufen, die einen Kern mit etwas Stroh haben. Der Kern soll so dicht sein, dass Füchse und Katzen nicht da ran kommen.
In einer dreihundert Meter langen Haselhecke sollen drei Wieselburgen gebaut werden. Die Haselstauden wurden während der Woche durch die Bauern geschnitten. Insgesamt waren 15 Personen an den drei Standorten beteiligt. In jedem Team gab es eine Motorsäge und verschiedene Werkzeuge. Zuerst musste wegen der Hanglage eine fest verankerte Basisfläche geschaffen werden. Dann wurde der Kern erstellt und mit etwas Stroh gefüllt. Darüber wurden Äste angelehnt, die eine Art Tipi bilden. Weitere Äste wurden rund herum dicht eingewoben.
Alle drei Wieselburgen konnten Dank grossem Einsatz von allen fertig gestellt werden. Der erste Arbeitseinsatz am Sonnenberg zum Schutz der Wiesel war um 13 Uhr beendet. Ein Wiesel wurde Mitte 2020 in der Nähe gesichtet. Wir würden uns freuen, sie mal bei den Wieselburgen zu beobachten..

Ganz herzlichen Dank allen Beteiligten. Eine etwas späte Mittagsverpflegung war mehr als verdient.

Vogelbeobachtung

EuroBirdwatch auf dem Sonnenberg – 4. Okt. 2020

Über 150 Personen liessen sich am Sonntag, 4. Oktober bei schönem Wetter vom Vogelzug auf dem Sonnenberg bei Luzern begeistern.

Sie stellten Fragen, warfen einen Blick durch das Fernrohr und informierten sich über dieses spannende Naturphänomen. Die Begeisterung bei den Besuchern, bei diesem schönen Wetter den Vogelzug zu beobachten, war unüberhörbar. Von morgens früh bis 16 Uhr zählten Ornithologinnen und Ornithologen von KriensNatur und von der Ornithologischen Gesellschaft Luzern, OGL die Zugvögel.
Die Organisatoren hatten sich zur genauen Erfassung Hilfe von jungen Profis geholt. Dominik Henseler, Umweltingenieur und Nicola Haltiner, der erst 15 Jahre alte Kantischüler, hören, sehen und erkennen alle Zugvögel mit grosser Sicherheit und Routine. Sie notierten 3527 Vögel in 44 Arten. Am meisten zählten sie Buchfinken (1566), Stare (518) und Mehlschwalben (337). Es waren aber auch ein paar Raritäten dabei, wie zum Beispiel die Heidelerche.
Die Anzahl der beobachteten Zugvögel wird an diesem Wochenende in ganz Europa festgehalten; in der Schweiz an total 55 Beobachtungsposten. In der Rangliste der Anzahl gesehener und gehörter Vögel belegt der Sonnenberg dieses Jahr den 4. Rang. Dies macht deutlich, wie bedeutungsvoll der Vogelzug am Sonnenberg  ist.

Wir freuen uns, auch nächstes Jahr am ersten Oktoberwochenende wieder die Zugvögel auf dem Sonnenberg zu beobachten und zu zählen. Robert Sticher, Präsident

Abendspaziergang Wiesel

Abendspaziergang Wiesel am Sonnenberg – 27. Aug. 2020

Das Interesse am kleinen Raubtier Wiesel war erfreulich gross. Über zwanzig Personen nahmen am Anlass teil.

Eigentlich war ein Abendspaziergang geplant, doch die Zeit bis zum Eindunkeln war so kurz, dass die Veranstaltung auf dem Pausenplatz des Schulhauses Gabeldingen abgehalten wurde. Auch dabei war Smeralda, ein präpariertes Hermelin, welches kürzlich an einer Strasse gefunden wurde.

 

Die Untersuchung am Sonnen-berg mit Spurentunnels fand in diesem Jahr zwischen Mitte Juni und Ende August statt. Was sind Spurentunnels? In der Mitte der Spurentunnels gibt es eine Zone mit Stempelfarbe getränktem Filz. Beim Begehen durch Tiere bleibt Farbe an deren Pfoten, die dann auf den Kartons Spuren hinter-lassen. Diese können dann ausgewertet und einzelnen Tierarten zugeordnet werden.

Mit Infotafeln, Landkarten, Spurenkartons und verschiedenen Tierspuren wurde erklärt, wie und wo die Wiesel leben, wie sie sich fortpflanzen, was sie zum Leben brauchen und anhand welcher Merkmale sie erkannt werden. Was die Bauern freut: Sie fressen 1 – 2 Mäuse pro Tag, was bei einer Wiesel-Familie bis zu 2000 Mäuse pro Jahr bedeuten kann. Sie brauchen verschiedene geschützte Bereiche, wo sie vor anderen Raubtieren wie Vögel, Fuchs oder Katzen sicher sind, und die kleinräumig gut miteinander vernetzt sind.

Gemäss den vorläufigen Auswertungen ist am Sonnenberg ein einziges Hermelin zu erwarten. Ob einzelne Mauswiesel vorkommen, werden detaillierte Spuren-Analysen zeigen. Die Hoffnungen über deren Vorkommen sind allerdings gedämpft.

In den nächsten paar Jahren sollen über den gesamten Südhang des Sonnenberges verteilt Asthaufen erstellt werden, wo die Wiesel ihre Jungen aufziehen können und wo sie gut geschützt sind. Gestartet wird bereits diesen November. Wir haben die Hoffnung, dass viele freiwillige Helfer mittun und die Wiesel wieder zahlreicher werden.   Guido Huser

Funktionierende Zauneidechsenförderung

Funktionierende Zauneidechsenförderung in Kriens – 13. Aug. 2020

Bei mehreren Arbeitseinsätzen haben Mitglieder von KriensNatur für die Förderung und den Schutz der Zauneidechsen in Kriens gearbeitet. Das Ergebnis dieser Arbeiten konnte Robert Sticher anlässlich eines Abendspazierganges am 13. August einem Dutzend Interessierter vorstellen.

Ein grosser Wurzelstocksandhaufen dient den Zauneidechsen als Eiablageplatz und diverse neu angelegte Asttristen sind Versteck und Sonnenplatz zugleich. Wenn die Nacht noch kühl ist und die Tage schon warm, kommen die Echsen vor allem am Morgen an ihre Sonnenplätze, auf dem neuen Wurzelstocksandhaufen an der Zumhofstrasse, um sich an der Sonne aufzuwärmen. Sie sonnen sich bevorzugt auf dem Totholz, welches sich schneller erwärmt als die umliegenden Steine oder der Sand. Andererseits bietet die dichte Vegetation daneben einen guten Schutz vor Fressfeinden und der Sand darunter ideale Bedingungen für die Eiablage. Ein eingezäuntes Trockenbiotop und mehrere sichere Rückzugsflächen in einem privaten Garten unterhalb der Zumhofstrasse bieten in Zukunft weiteren Lebensraum und Schutz.

Für KriensNatur und die Albert Koechlin Stiftung, welche das Projekt finanziert hat, ist es wichtig, die Zauneidechsen zu schützen und zu fördern. Dank diesem Projekt wird ein grosses Zauneidechsenvorkommen in Kriens erhalten, erweitert und besser vernetzt. Es ist zu hoffen, dass trotz der regen Bautätigkeit in der unmittelbaren Umgebung, die Zauneidechsen noch lange eine gesicherte Existenz am Sonnenberg haben werden.

Robert Sticher / Guido Huser

Sonderreservat Auerhuhn im Krienser Hochwald

Sonderreservat Auerhuhn im Krienser Hochwald – 27. Juni 2020

Nach der Corona-Pause trafen sich letzten Samstag rund 15 Teilnehmende voller Spannung zur Exkursion ins Sonderreservat Auerhuhn im Krienser Hochwald. Auf unserer Wanderung von der Fräkmüntegg zur Krienseregg hörten und staunten wir über die vielschichtige Funktion eines Waldes. Rico Hergert, Fachexperte für Waldbiodiversität bei der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) übermittelte sein Wissen sehr verständlich und bildhaft. Wir lernten, welche Ansprüche ein Auerhuhn an ihren Lebensraum stellt. Es reagiert sehr sensibel auf Störungen, liebt Heidelbeeren, nistet am Boden und schläft bevorzugt auf abgestorbenen hohen Bäumen und lebt in durchmischten und eher offene Waldflächen.

Dank der Vereinbarungen mit Waldeigentümern konnte ein 210 ha grosses Sonderwaldreservat mit besonderen Lebensräumen geschaffen werden. Damit war ein erster wichtiger Schritt für die Erhaltung der Moorwälder getan. Nach der Umsetzung von bereits geplanten Massnahmen sollen sich Auerhühner wieder ansiedeln. Auch andere in diesem Gebiet etwas häufiger vorkommende Vogelarten wie das Haselhuhn oder der Dreizehenspecht werden von den Massnahmen profitieren. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass der eingeschlagene Weg in einigen Jahren ihre positive Wirkung entfalten wird. KriensNatur wird dieses Projekt des Kantons weiterhin beobachten.

Nathalie Mil

Arbeitseinsatz für Zauneidechsen

2. Arbeitseinsatz für Zauneidechsen vom 18. Jan. 2020

Zur Förderung von Zauneidechsen wurden eine Sandgrube mit Wurzelstöcken und mehrere Asttristen erstellt, wo sie sich verstecken und sich auf Steinen / Ästen in der Sonne aufwärmen können. Es war ein recht harter Einsatz von vier Stunden. Mitgeholfen haben Fachleute, Landeigener (Landwirt), Vereinsmitglieder und Freunde – 15 Personen. Nach getaner Arbeit wurde seitens KriensNatur eine Verpflegung angeboten. Der Präsident dank aller Beteiligten für die tolle Arbeit.

EuroBirdwatch 2019, 05.10.2019, zusammen mit OG Luzern

Euro-Bird-Watch, 05.10.2019, zusammen mit OG Luzern

Ornithologischer Leiter:       Christian Schano, Doktorand Vogelwarte Sempach
Schreiber:                            Nicola Haltiner, Jung Ornithologe, OV Sursee
Presse:                                Jonathan Biedermann, Luzerner Zeitung

Total gezählte Vögel /Anzahl Arten:   3221 Vögel / 36 Arten
1. Rang    1505 Buchfinke
2. Rang     923   Star
3. Rang    111 Ringeltauben

Ornithologische Highlights:   1 Merlin, 1 Rohrweihe, 1 Habicht

Bei nasskühlem Wetter aber mit regelmässigen Aufhellungen und sogar kurzen, sonnigen Abschnitten, konnten die Leute von KriensNatur und der Ornithologischen Gesellschaft Luzern OGL auf dem Sonnenberg den herbstlichen Vogelzug beobachten. Unterstützt wurden wir durch Christian Schano, Doktorand an der Vogelwarte Sempach und Nicola Haltiner, einem Jungornithologen vom OV Sursee.

Wegen den Wetterverhältnissen war es, von der Anzahl Vögel her, eher ein durchschnittliches Jahr. Trotzdem konnten wir einige Highlights sehen, wie Merlin, Rohrweihe und kurz einen Habicht, der aber schnell wieder im Wald in Deckung ging.

Etwa 100 Personen passierten unseren Stand, wovon die Hälfte unsere Plakate anschaute und den theoretischen Ausführungen von Urs Petermann oder Robert Sticher über den Vogelzug zuhörte. Zum Glück haben wir, trotz den schlechten Wetterprognosen, den EuroBirdwatch 19 nicht abgesagt. Denn sowohl ornithologisch, wie auch wegen den interessanten Gesprächen mit den Passanten, war es eine sehr erfolgreiche Veranstaltung.
Mit Kaffee und Gipfeli konnte die gute Stimmung über den ganzen Tag gehalten werden.

Mostanlass, 21. Sept. 2019

Mostanlass 21. Sept. 2019

Nach einer kurzen Begrüssung durch den Biobauern Guido Wigger (Mitglied Vorstand) geht es mit Gefährt, Harassen und Körben aufs Feld. In unserer Gruppe lesen wir die gefallenen Gelbmöstler-Birnen auf. Jeder nutzt die flinken Hände zum Auflesen und so sind in kurzer Zeit die Körbe und Harassen voll. Da war auch Vorsicht vor Wespen angesagt. Zurück auf dem Hof wurden Äpfel und Birnen aussortiert, die zusammen den feinen Most ergeben. Die Früchte werden gewaschen, zerhackt und in die Presse eingefüllt und schon fliesst der Most. Gleich aus der Presse war erstes Probieren angesagt.

Nach getaner ‚Arbeit‘ war der gesellige Teil angesagt. Mit Salaten, Grilladen als Beilagen und vielem daneben wurden wir verwöhnt. Der Hunger und Durst war gross. Der Süssmost war perfekt. Zum Abschluss gab es Kuchen und Kaffee, die fast restlos getilgt wurden. Zwischen Speis und Trank hat man sich besser kennengelernt und sich rege ausgetauscht.
Es war ein gelungener Anlass: informativ und gesellig!

Falteranlass – Welt der Schmetterlinge, 14. Juli 2019

Sonntag 14. Juli 2019, Falteranlass – Welt der Schmetterlinge

Sechszehn Personen fanden sich um 10 Uhr im Grüebli ob Kriens auf zirka 900 müM ein; einem Moorgebiet von nationaler Bedeutung. Wunderbar sonnig, aber doch etwas frisch. Schmetterlinge bewegen sich dadurch noch etwas verhalten, was beim Einfangen doch hilfreich war.
Nach einer kurzen Einführung von Robert Sticher (Präsident), erklärte uns der Landwirt Guido Wigger (Vorstand) Geschichtliches zum Gebiet und dass die Wiesen extensiv bewirtschaftet werden. Der dies-jährige Schnitt stehe noch aus; Wiesen voller Gräser und Blumen und auch Insekten.

Thomas Röösli, dipl. Biologe, führte uns schnell ins Feld, fing mit dem Catcher Tierchen ein, präsentierte sie uns und erklärte uns die Art, Nahrung und Vermehrung. Die Eiablage erfolgt meist an einer Pflanze (Wirt), die jeder Art eigen ist. Einige Arten haben es besonders schwer, die geeignete Pflanze zu finden und sind deshalb seltener als andere. Ein Grasschnitt zu ungünstiger Zeit vernichtet einen Grossteil der Eier.
Wir fanden Arten, die den Scheckenfaltern oder Augenfaltern angehören oder eben klingende Namen wie Ochsenauge, brauner Waldvogel, Schachbrettfalter, Mohrenfalter und diverse Perlmutterfalter-Arten mit ihren schönen Mustern. Sie wurden von Thomas Röösli in der Hand gehalten oder zur Sichtung in einem Behälter gefangen gehalten. Der Experte hätte ein paar weitere Arten erwartet. Ein Bläuling ist uns ins weite Feld entwischt. Nachdem alle Exkursionsteilnehmer einen Blick drauf werfen konnten und alle Fragen vom Experten beantwortet wurden, wurden die farbigen Geschöpfe unbeschadet wieder im angestammten Gebiet in die Freiheit entlassen. Lassen wir noch ein paar Bilder sprechen.

Die Exkursion liessen wir an einem Grill-Feuer ausklingen. Alle erfreuten sich einer schönen Zeit in der Natur am Fusse des Pilatus. Besonders erfreulich war das rege Interesse der jungen Teilnehmer.